18.5. - 15.6.2008
Ilse Teipelke: Bettelkunst
Fotos:
Verhüllung
Verhülltes
Museum
Spenden
sammeln
Finissage
und Preisverleihung
Eine Kooperation von Kunstverein
Villingen-Schwenningen e.V. und Franziskanermuseum
Villingen-Schwenningen
Das Franziskanermuseum und der Kunstverein Villingen-Schwenningen haben
für 2008 die Künstlerin Ilse Teipelke mit einem Projekt
beauftragt. Sie plant unter dem Titel ?Bettelkunst?
folgendes:
"Ein Stockwerk der
kulturgeschichtlichen Ausstellung wird hinter 2 m hohem starken braunem
Packpapier verborgen. Der Besucher geht jetzt an braunen 'Wänden'
entlang. Meine Aufgabe wird sein, in der Vorbereitungsphase der
Ausstellung durch Presse und in persönlichen Gesprächen
möglichst viele 'Sponsoren' anzusprechen (anzubetteln).
Große wie kleine Firmen und Betriebe, Handel und Geschäfte,
Banken sowie Privatleute: alle können durch eine Spende ?
dazu beitragen, dass die Sammlung wieder sichtbar wird. Ein Fenster (je
nach Größe der Spende) wird aus der Pappe geschnitten und
der Name oder das Firmenlogo des Spenders wird neben dem 'Guckloch'
befestigt." (Ilse Teipelke)
Das Projekt eröffnet ein reiches Beziehungsfeld. Aktuelles
Fundraising wird zur Kunst erklärt. Durch die Überblendung
mit dem Armutsideal der Bettelorden wird die Frage nach der Armut als
Ideal für Kunst und Museen gestellt. Zugleich wird die
Abhängigkeit hinterfragt, die entsteht, wenn ?arme?
Institutionen wie ein Franziskanerkloster, ein Kunstverein oder ein
Museum angewiesen sind auf die Bürgerschaft und ihre
Interessengruppen, die ihre Stiftungen mit partikularen Interessen
verbinden.
Das Verbergen von Teilen der Sammlung definiert Armut auch als
kulturelle Armut, als Ausschluss von den Zugängen zur Kultur. Eine
Trennung auf Zeit wird inszeniert und damit ein ?Rite de
Passage?, ein Ritus des Übergangs. Parallelen bestehen zur
rituellen Verhüllung von Altären in der Karwoche aber auch
von Schaufenstern beim Ausverkauf. Die Spenden
?erlösen? die Bevölkerung von ihrer Kunst-,
Kultur- und Geschichtslosigkeit. Wem das kein Bedürfnis ist, der
spendet nicht.
Das im Verlauf der Aktion erbettelte Geld wird anschließend
für ein soziokulturelles Bildungsprojekt verwendet werden.
Schulen können sich dafür im Rahmen einer weiteren
Ausschreibung bewerben.
Zum Abschluß ihrer
1.Bettelkunst-Tour in VS
wurde Ilse Teipelke in Begleitung von Ex-MdB
Christa Lörcher im
Landratsamt von Landrat Kart Heim empfangen. Ilse
Teipelke: Bettelkunst
Eine Kooperation von Kunstverein Villingen-Schwenningen e.V. und
Franziskanermuseum Villingen-Schwenningen
18. Mai bis 15. Juni 2008
Franziskanermuseum
Rietgasse 2 78050 Villingen-Schwenningen 07721/822351 Öffnungszeiten:
Di bis Sa:13.00 ? 17.00 Uhr
So und Feiertag: 11.00 ? 17.00 Uhr
Schulen und Gruppen auch außerhalb der Öffnungszeiten auf
Anfrage eine
Woche im Voraus (außer Montag). Vernissage:
Samstag, 17. Mai 2008, 17.00 Uhr Finissage:
Sonntag, 15. Juni 2008, 15.00 Uhr Podiumsgespräch
Armut heute
RahmenprogrammSonntag,
18. Mai 2008 14.30
Uhr Dr.Michael
Hütt
Bettelorden in Villingen 15.30
Uhr Ilse
Teipelke stellt ihr Projekt vor 16.30
Uhr Monika
Kaiser: Fundraising in der kulturellen Arbeit: "Bettelkunst" oder
Modell neuer gesellschaftlicher Partizipation in der Kultur