Wie entsteht eigentlich eine Lithographie? Paul Revellio und die Lithographie

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Aufbringen des Schleifmittels
Der Stein wird mit Sand bestreut


Vor dem Bezeichnen müssen die Steine eben geschliffen werden. Geringste Unebenheiten können dazu führen, dass das Bild nicht gleichmäßig gedruckt wird. Als Schleifmittel werden Wasser und unterschiedlich gekörnter Schleifsand (Flintsand) eingesetzt. Die richtige Kombination von Schleifsand und Wasser ist entscheidend für die Qualität der Oberfläche. Zuwenig Wasser verteilt den Schleifsand ungleichmäßig und es können Kratzer entstehen.
Schleifen
Schleifen mir einem zweiten Stein


Mit einem zweiten Stein fährt man in Achterbewegungen über den zu schleifenden Stein.
Der Stein nimmt die "Originalhandschrift" des Künstlers auf
Bezeichnen


       Bei einer Lithographie kann der Stein spontan oder nach einer Skizze bezeichnet werden. Mit Stiften oder Feder und Tusche werden detaillierte Elemente der Zeichnung herausgearbeitet. Um flächendeckenende Farbtöne zu erzeugen, werden die entsprechend- en Partien mit Feder und Lithotusche ausgemalt. Mit Kreide erzeugt der Künstler Strukturen und Graustufen. Dadurch  kann  die Farbgebungt der Lithographie verändert werden. Das Motiv muß spiegelverkehrt auf den Stein gegezeichnet werden, da das Papier direkt vom Stein bedruckt wird.
Vorgänge im Verborgenen
Der Stein wird mit Talkum bestreut


 

Damit die Druckfarbe nur an den bezeichneten Stellen haftet, muß der Stein durch ein besonderes Verfahren mit Gummiarabicum und Salpetersäure behandelt werden. Eine dünn aufgetragene Schicht Gummiarabicum bewirkt, daß die unbezeichneten Stellen Wasser binden. Die bezeichneten Stellen werden zum Schutz vor Säureeinwirkungen mit Talkumpulver bestreut. 

"Fertigmachen"
Der Stein wird geätzt


 

Äußerst vorsichtig bestreicht der Lithograph die unbezeichneten Stellen mit Salpetersäure. Die Säure öffnet die Poren des Steins, wodurch das Gummiarabicum in den Stein eindringt. Durch das Ätzen wird die Wirkung des Gummiarabicums verstärkt. Der Stein ist nun für den Druck vorbereitet. 

Anfeuchten
Der Stein wird abgewischt


  Der Druck erfolgt von Hand auf einer alten gußeisernen Presse. Der Stein wird mit einem feuchten Schwamm abgerieben.Dadurch bleibt die Druckfarbe nur an den bezeichneten Stellen haften. Mit einer Gummiwalze trägt der Steindrucker die Farbe auf den Stein auf.
Das Zusammenspiel von Kraft und Farbe
Das Bild wird gedruckt


  Das Papier wird auf den eingefärbten Stein gelegt und mit dem "Pressspan"abgedeckt. Der Stein wird mit einer Handkurbel unter den feststehenden Reiber gefahren. Mit einem Hebel muß der Druck des Reibers auf den Stein vorsichtig eingestellt werden. Zuviel Druck läßt den Stein brechen
Das Zusammenspiel von Kraft und Farbe
Das Bild wird abgezogen



  Um ein einheitliches Bild zu erhalten, wird der Stein gleichmäßig unter dem Reiber hindurchgeschoben. Vorsichtig muß der bedruckte Bogen abgezogen werden.
Druck mit vier Farben von vier Steinen
1. Farbe: hellblau
    Die Farblithographie erfordert einen erhöhten technischen Aufwand. Für jede Farbe muß ein Stein geschliffen, präpariert und bezeichnet werden.
Der Druckbogen für das entsprechende Farbmotiv muß an den Passerlöchern im Stein präzise ausgerichtet werden, damit die Einzelfarben im Gesamtbild übereinstimmen. Der Druckvorgang wiederholt sich für jeden Stein.
Stein Druckbogen  
Druck mit vier Farben von vier Steinen
2. Farbe: gelb
Lithostein   Druckbogen  
Stein Druckbogen  
Druck mit vier Farben von vier Steinen
3. Farbe: rot
Lithostein   Druckbogen  
Stein Druckbogen  
Druck mit vier Farben von vier Steinen
4. Farbe: dunkelblau
  Druckbogen   Der fertige Druck 
Stein Druckbogen